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Chirotherapie
Viele Menschen leiden unter Beschwerden, die auf Funktionsstörungen des Haltungs- und Bewegungssystems beruhen. Die Folgen dieser Störungen können Bewegungseinschränkungen und Schmerzen sowie Taubheits- und Kribbelgefühle im Bereich der Wirbelsäule und an Armen und Beinen sein. Bei Störungen im Bereich der Halswirbelsäule können Nackenschmerzen, Seh- und Hörstörungen, Ohrgeräusche, Schluck- und Stimmstörungen, Halsschmerzen, Fremdkörper, Kloß- und Engegefühl im Hals, Schweißausbrüche und Schlafstörungen auftreten. Störungen im Bereich der Lendenwirbelsäule führen häufig zu Schmerzen, bisweilen in den Oberschenkel ziehend, im Bereich der Brustwirbelsäule zu Bauchschmerzen, Rückenschmerzen oder Brustkorbschmerzen, die auch zu „Herzsensationen“ führen können. Mit der manuellen Medizin, die auch als Chirotherapie bezeichnet wird, lassen sich Art und Ausmaß der Störungen feststellen und oft auch beheben oder ihre Folgen mildern. Die manuelle Medizin stammt aus der Volksmedizin. Sie wurde in den letzen Jahrzehnten zu einer wissenschaftlich anerkannten, millionenfach bewährten Methode entwickelt. Wichtigstes Instrument bei dieser Methode sind die Hände des Arztes. Während der manuellen Untersuchung teilen wir Ihnen mit, welche manuelle Behandlungstechnik eingesetzt werden kann oder ob ein anderes Verfahren allein oder unterstützend in Betracht kommt. Zur Durchführung der Behandlung an der Wirbelsäule werden Sie in einer für den jeweiligen Handgriff geeigneten, möglichst entspannten Position gelagert. Wir untersuchen zunächst die Wirbelsäule, dann erfolgt die Einstellung des zu behandelnden Abschnitts (Segments) der Wirbelsäule und danach die diagnostische Probemobilisation (Probezug). Dabei bewegt der Arzt den zu behandelnden Wirbelsäulenanteil des Patienten langsam in Richtung des vorgesehenen Handgriffs. Treten dabei Schmerzen oder vegetative Reaktionen (z.B. Schwindel) auf, so unterbleibt die Behandlung mit der Handgrifftechnik. Ergeben sich keine Gegenanzeigen, wird der therapeutische Handgriff gezielt mit einer kurzen schnellen Bewegung und mit geringem Kraftaufwand durchgeführt. Das oft knackende Geräusch gehört zur Behandlung. Hierbei wird nichts ein- oder ausgerenkt. Es wird lediglich der alte Funktionszustand wieder hergestellt. Bei der Behandlung an der Wirbelsäule treten extrem selten Komplikationen auf. Gelegentlich bemerkt der Patient am Abend nach der Behandlung ein muskelkaterähnliches Beschwerdebild, das innerhalb von ein bis zwei Tagen spontan rückläufig ist. Kommt es durch die Chirotherapie zu einer Reizung an einer vorgeschädigten Bandscheibe, kann es sehr selten Funktionsstörungen und Schmerzen in Schultern, Beinen und Armen geben. Noch seltener sind Schädigungen der Arterien, die das Gehirn versorgen, was nur bei Manipulation an der Halswirbelsäule passieren kann. Durch Verletzungen der muskulären Innenwand der Arterien der Halswirbelsäule können sich extrem selten (1:400.000 Fällen) Blutgerinnsel bilden, die sich ablösen und Blutgefäße verschließen können, was zu schweren bleibenden Schädigungen des Hirns führen kann. Wir bitten Sie, uns in jedem Fall darauf hinzuweisen, falls bei Ihnen Erkrankungen der hirnzuführenden Arterien, Bandscheibenvorfälle oder chronisch rheumatische Erkrankungen vorliegen sollten. ![]() ![]()
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